Posts mit dem Label Side Quest Saturday werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label Side Quest Saturday werden angezeigt. Alle Posts anzeigen

8. April 2011

Side Quest Saturday - Das Interview


Am letzten Sidequest Sunday eigentlich durfte ich mich über Skype mit zwei netten Herren gepflogen über Dragon Age 2 unterhalten. Ich weiß nicht, ob ihr es schon wusstet, aber ich mag ja Dragon Age ganz gerne. Deswegen hier, der angespielt-Podcast von Monoxyd Mac Judge. Ja, ich weiß, tollster Name der Welt. Und so. Und ein Herr Mans war auch dabei.

Klickt auf diesen exzellent versteckten Magier um zum Podcast zu gelangen.

31. Januar 2011

Side Quest Saturday - Das Internet

Ihr kennt das bestimmt. Extreme Grenzerfahrungen wie ein Fastunfall zum Beispiel, ein Bungee-Sprung oder ein leerer Kühlschrank an einem Samstagabend allein zu Hause.
Nun, ich hatte knapp zwei Wochen kein Internet. Und das hätte übelst ins Auge gehen können...

Alles begann am Samstag auf dem Weg zum Friseur. Ich las ich auf Twitter: "@ Aha zuletzt online vor 18 Tagen bei Xbox Live!" Unmöglich. Gerade gestern wurde ich sitzen gelassen von meiner vermeintlichen Verabredung und hab statt dessen "Assassins Creed" gespielt! Und den Tag davor wurde ich sitzen gelassen von einer anderen Verabredung und hab aus Frust zwei Stunden in "Dragon Age" mit der Suche nach einem Sidequest verbracht! 18 Tage kein Xbox Live? Wie ist das möglich?

Zu Hause (diesmal verlief der Friseurbesuch /fast/ ohne Zwischenfälle*) wollte ich der Sache auf den Grund gehen. Aber erst einmal musste ich den Laptop einschalten, denn ich hatte zwei Wochen an US-Serien nachzuholen. Und da erschloss sich schon fast das Problem: Kein Internet. Eine nette Fehlermeldung war da: Irgendwas mit IP-Adresse. Aber kein Internet.

Ich schaltete den Laptop aus und wieder ein. Kein Internet. Ich nahm den PC vom Netz und schloss ihn wieder an. Kein Internet. Ich schaltete den Router aus und wieder ein. Da war es wieder, das Internet! Phuuuh.

Aber wie konnte denn das Internet nicht funktionieren, während Telefon und TV (die über das selbe "Gerät" (ich weiß nicht, ob es ein Router ist, ein Switch, ein Digital-Empfänger oder irgendwas anderes, deswegen schreibe ich lieber nichts, sonst werde ich noch als Technik-Noob geoutet) einwandfrei liefen?
Ohne der Sache noch weiter auf den Grund zu gehen loggte ich mich bei Xbox Live ein und nach nur 40 Minuten Systemupdate war alles beim Alten. "Heh! Kein Internet!", dachte ich. Und das wohl über zwei Wochen.

Ich will jetzt nicht der Ursache auf den Grund gehen, warum ich nicht bemerkt habe, dass ich zwei Wochen lang netzlos lebte (ich arbeite recht viel) sondern mir ausmalen wie es gewesen wär, /wenn/ ich es bemerkt hätte. Und ich kein iPhone hätte.

Und deswegen präsentiere ich euch:

18 Tage 17 Nächte - OHNE INTERNET

Das Tagebuch der Sarah Geser

Dienstag, der 11. Januar 2011.
Es herrscht Krieg. Die Atomuhr steht auf fünf vor Zwölf und Menschen auf der ganzen Welt sind hochgradig unzufrieden. Wir haben kein Essen! Wir haben keine coole Regierung! Wir haben AIDS! Wir haben eine Meuterei! Mimimimimimimi...
Doch das interessiert eine junge Frau hoch im Norden Deutschlands gar nicht. Denn sie hat ein viel größeres Problem. Gerade als sie Facebook aktualisierte erschien wie aus dem Nichts eine graue Seite:

"Was zum-...?", fragt sie sich. Aktualisieren. Aktualisieren. Ethernet-Kabel raus. Ethernet-Kabel wieder rein. Aktualisieren. Aktualisieren. Nichts.
"FFFFFFUUUUUUUUUUUU!", sagt die laut. "WARUM PASSIERT DAS AUSGERECHNET MIR? WARUM ICH, GOTT?! WARUM ICH?!" Okay, Ruhe bewahren. Einatmen, ausatmen, ganz ruhig.", versuchte sie sich selbst zu beschwichtigen. Das ist bestimmt nur temporär. Es gibt viele andere Sachen, die man machen kann! Aktualisieren. Aktualisieren. Router aus. Router wieder ein. Aktualisieren. Aktualisieren. Nichts. Stricken zum Beispiel. Oder Fernsehen. Mal raus gehen. Trainieren. Fernsehen. Xbox spie-... Die Xbox!
Das Mädchen hatte kürzlich im Tausch gegen "Fable III" als Leihgabe "Assassins Creed II" und "The Darkness" erhalten. "Hey, das könnte ich doch jetzt mal probieren!"

Mittwoch, der 12. Januar
Die ersten Stunden "Assassins Creed II" und "The Darkness" waren ganz in Ordnung. Das würde sie am Besten mal auf Facebook mit all ihren Freunden teilen. Freunde... das war ein gutes Stichwort. Warum vermisste sie andere Menschen so sehr? Erst mal bei Facebook einloggen und-...
"NEIN! GRAAARGH!", rief das Mädchen aus. "DIESE VERDAMMTE SCHEISSE DARF DOCH NICHT WAHR SEIN!" Wut stieg in ihr auf. Wut auf die Regierung, Wut auf andere Menschen. Wut auf einfach alles! Ohne Facebook hatte sie keine Freunde. Keinen Kontakt zur Außenwelt. Warum waren eigentlich die Rolläden am Fenster oben? Es ist viel zu hell!

Freitag, der 14. Januar
Ablenkung ist da. Die Eltern des Mädchens. Sie erzählte ihnen nichts vom nicht-funktionierenden Internet. Alles ist in Ordnung. Ihr geht's gut. Hauptsache alle sind gesund.

Montag, der 17. Januar
"Okay, ich schlage dir einen Deal vor:", sprach das Mädchen zu Gott. "Du gibst mir mein Internet zurück und ich gehe dafür nächsten Sonntag zur Kirche. Okay? Bitte!... Bitte!.... BIIITTTEEE!!!" Doch Gott schien nicht hinzuhören. Still war es in der Wohnung. Das Mädchen saß da, den Blick gen Himmel-... naja, Decke gerichtet. Sie senkte den Kopf. Wortlos und fast wie ein Roboter griff sie nach dem Telefon. "Hallo Teufel, na? Bock auf einen Deal? Nein, es geht diesmal nicht um meine Figur...", das Mädchen hörte hin. Stille schlug ihr entgegen. Nichts als drückende Stille. Moment! Kein Freizeichen? Hiess das, dass das Telefon jetzt auch-... FFFFFFFFUUUUUUUUUUUU!!!!!!

Freitag, der 21. Januar
Das Handy klingelte. Es klingelte. Es klingelte. Es klingelte. Es klingelte. "Hallo?", sagte Sarah müde. "Hallo, hier ist die Lou (ich bin die Geschäftsführerin von Popular, da wo du mal gearbeitet hast)." "Hrrrgh." "Wo bist du, du warst seit einer Woche nicht bei der Arbeit?" "Kann nicht." "Warum?" "Jemand muss die Kerzen vom Traueraltar um den Schreibtisch herum überwachen." "Den was-...?!" Das Mädchen legte auf. Sie seufzte. Das Handy klingelte schon wieder. Es klingelte. Es klingelte. Es klingelte. Es klingelte. "JA WAS DENN?!", schrie das Mädchen müde in ihr iPhone. "Hallo, hier Charley (deine einzige Freundin in Hamburg, die sich auch mal dazu herunter lässt, etwas mit dir zu unternehmen)." "Hrrrgh." "Ich spiele heute Abend auf der Audimax Bühne Theater. Willst du zuschauen kommen? Dann können wir danach noch was zusammen unternehmen." "Nein. ... Muss... Altar... ." Sie legte auf. Keine Menschen. Kein Außenkontakt. Kein Facebook. Kein Twitter. Kein Xbox Live. Kein Internet. Kein Leben. Nur sie und die Depression.


Freitag, 28. Januar
Wann habe ich zuletzt etwas gegessen? Wann habe ich zuletzt das Haus verlassen? Worin liegt der Sinn davon? Diese Fragen und viele mehr, stellte sich das Mädchen, während es im Bett lag. Das tat sie nun seit 10 Tagen. Aber es war egal. Alles war egal. "Es ist egal.", dachte sie plötzlich. "Das Internet ist weg. Aber ich lebe noch. Es ist egal.", sie erhob sich mühselig und langsam. "Das Internet ist weg, es wird nich wieder kommen.", sagte sie sich. "Aber es ist egal."
Es gibt einen Unterschied zwischen Resignation und Akzeptanz. Und ganz langsam, aber nur langsam begann das Mädchen ihren Verlust zu akzeptieren. Ihr Name war Sarah Geser. Und sie lebte seit 17 Tagen ohne Internet. Nein, sie würde den Frust und die Verzweiflung nicht mehr stumm in sich hinein fressen und den Schmerz still ertragen. Das Internet war fort und es würde niemals wieder kommen. Das musste sie akzeptieren. Es war nicht ihre Schuld. Es war niemandes Schuld. Vielleicht war der Verlust ein Samen, aus dem etwas Gutes sprießen konnte. Trost. Heilung. Persönlichkeits-Wachstum. Sarah würde das Internet in guter Erinnerung behalten. Das war sie ihm schuldig.
Aber es war Zeit, weiter zu gehen.
Ohne stehen zu bleiben.
Ohne zurück zu blicken.
Es kann nicht immer ein Happy-End geben.
Wir sind hier nicht bei fucking Twilight.

5. Dezember 2010

Side Quest Saturday - Die Hose


Am 10. Dezember fährt die ganze Firma nach Frankfurt, zur großen Weihnachtsfeier. Ich stelle mir das so vor wie die Firmen-Weihnachtsfeiern in Filmen wie Batman Returns oder Die Hard. Da wir aber höchstwahrscheinlich nicht von Pinguinen, korrupten Bürgermeistern oder gutaussehenden deutschen Terroristen angegriffen werden, nahm ich mir den Vorsatz mich etwas eleganter zu kleiden. Elegant ist nicht gerade mein Stil, deswegen googelte ich das ersteinmal. Ich kam zum Ergebnis, dass ich eine schwarze Hose brauche. Also nutzte ich diesen Side Quest Saturday, um eine Hose für die Weihnachtsfeier zu finden.

Um 10 Uhr stand ich bereits in Altona. Ich muss aber an dieser Stelle noch erwähnen, dass ich Hosenkauf noch mehr verabscheue als neue Schuhe zu kaufen. Bei Schuhen hat man notfalls nämlich immer die Kompromissmöglichkeit einfach ein günstiges, hässliches Paar zu nehmen, wenn man keine passenden Schuhe findet. Außerdem habe ich Schuhgröße 39, die findet man in keinem deutschen Geschäft, weil anscheinend ausnahmslos alle Hamburger Frauenschuhträger (ich möchte die Männerwelt nicht diskriminieren) Schuhgröße 39 kaufen.

Doch Hosen sind noch schwieriger. Zara und Vero Moda kann ich als Frau mit Konfektionsgröße 38 gleich schon ausschliessen. Da ich nicht gerne Geld ausgebe für nicht-nerdige Kleidung oder generell Sachen, die ich brauche, kommen da eigentlich nur noch C&A und H&M in Frage. Da H&M jedoch nur beschränkte Kollektionen führt, die jeweils einem Thema entsprechen, das sie schon letztes Jahr und das Jahr davor ebenfalls hatten, hatte ich das Pech, dass schwarze Hosen sowie Blazer, die bis unterhalb der Brust gehen dieses Jahr NICHT in Mode zu waren.

Da C&A eher eine Altweiber-Linie verfolgt (man könnte es auch "traditionell" nennen, wenn man nett wär) fand ich dort haufenweise schwarze Hosen. Doch nach 5 verschiedenen Modellen, die -wie sich herausstellte- eigentlich nur 4 verschiedene Modelle waren und zwei identische Exemplare, die an völlig unterschiedlichen Ständern hingen (hasst ihr nicht auch, wenn euch das passiert?) beschloss ich, dass schwarze Hosen an mir ziemlich Scheiße aussehen.

Also, wenn ich keine schwarze Hose tragen kann, dann wenigstens einen Blazer zu den Jeans und einem nerdigen T-Shirt. Diesen Look stelle ich mir perfekt vor. Leider gibt es in ganz Ottensen keinen Blazer, weil der einzige Händler der Blazer zu erschwinglichen Preisen unter 60 Euro führt H&M ist. Und die führen keine Kleidung für Menschen mit Brüsten (auch hier möchte ich natürlich die Herrenwelt nicht ausschliessen. Und da sagen die Leute immer, ich wäre sexistisch! Phah!).

Am Schluss stand ich in der Männerabteilung an der Kasse und hielt eine Mütze in der Hand, die ich während dem 2 Stündigen erfolglosen Shopping-Trip mindestens 5 Mal anprobiert und wieder weggelegt habe. "Die steht Ihnen sehr gut, sieht süß aus.", sagt die schlanke Frau mit den grauen Haaren vor mir an der Kasse. "Vielen Dank, das ist sehr nett. Ich hab eigentlich-" ... Eine Hose gesucht? Geht die nichts an. "eine Mütze gesucht, die nicht so aussieht als wäre etwas Pelziges auf meinem Kopf gestorben.", sagte ich und nickte zu den anderen Mützen, die eigentlich nur aus Fell bestanden. Ich roch an der Mütze. Sie roch nach Jute und das erinnerte mich schlagartig an den Sack vom Nikolaus (das ist NICHT zweideutig gemeint!). Die noch ältere Dame hinter mir bemerkte meinen olfaktorischen-Move und lachte. Ich grinste freundlich (und zu 80% verwirrt darüber, dass ich bei H&M an der Kasse von alten Menschen ausgelacht wurde), bezahlte und ging.

Die Mütze passt perfekt zu meiner grauen Jacke mit dem weißen Fell und den schwarzen Strumpfhosen, die ich zu 90% der Zeit trage. Aber zu Hause fiel mir auf:

"Quest Failed!"

Egal, ich hab jetzt eine coole Mütze.

30. November 2010

Side Quest Saturday - Der Teppich


Samstag ist der schönste Tag der Woche. Ich hab oft frei und die Läden sind geöffnet. Samstags steh ich normal früh auf und erledige Dinge, die ich die ganze Woche / den ganzen Monat / seit ein paar Monaten aufgeschoben hab. Sonntag ist Ausschlaftag, aber der ist nicht so wichtig.
Jedenfalls wurde Samstag deswegen für mich zum "Side Quest Saturday".

Diesen Samstag führte mich mein Sidequest nach "Billwerder-Moorfleet" was keine Bezeichnung ist für eine Heirat, die aus namentlichen Gründen nie geschehen hätte dürfen, sondern ein Ort in Hamburg. An diesem Ort findet man den Traum jeder Hausfrau, die Erfüllung der innenaustatterischen Ambitionen jedes Studenten, ja, den kulinarischen Treff- und Höhepunkt für Harz II-IV-Empfängergroßfamilien und mein persönlicher personifizierter Samstagsshoppingaltraum: IKEA.

Die Sache ist die: Vor diesem Möbelgruselhaus-Besuch fürchtete ich mich wochenlang. Aber meine lieben Großeltern haben mir im Oktober aus Gutmütigkeit (und dank der hochrangigen Überzeugungsfähigkeiten meines Vaters) angeboten, einen Teppich zu kaufen. Zur Feier des Bezugs meiner ersten eigenen Wohnung (Juni). Das ist eine enorm seltene Gelegenheit, denn meine Großeltern sind nicht direkt die freigiebigsten Menschen. Tatsächlich kommt deren Knausrigkeit der von Dagobert Duck ziemlich nahe, nur dass sie kein Geld haben. Ich schätze so ist das, wenn man in eine Nachkriegszeit hineingeboren wird. Funny Fact: Mein Großvater hat aus diesem Grund noch nicht einmal eine Geburtsurkunde, er hat kein Alter und keinen Geburtstag. Wir feiern ihn aber jedes Jahr an irgendeinem Tag zwischen dem 6. und 12. Dezember.

Ein Teppich war ein ganz wunderbares Einweihungsgeschenk, denn das Letzte, was ich mir an Einrichtung für eine erste Wohnung kaufen würde, ist ein Teppich. Dabei habe ich in meiner Wohnung ständig kalte Füße und ein flauschiger Teppich vor meinem riesigen Fernseher wär eigentlich ganz nett. Da für mich eine Wohnungseinrichtung aber aus einem Bett, einem Fernseher, einem Fernsehertisch für die Xbox, den Receiver, das Modem und den Blu-ray Player, einem Schreibtisch und einem großen Regal für DVDs besteht, habe ich nie an einen Teppich oder an Sitzgelegenheiten für mögliche Freunde gedacht. Sitzgelegenheiten und Freunde hab ich immer noch nicht.

Jedenfalls rief mich meine Mutter (ihr kennt sie ja) letzte Woche an und drängte mich dazu, endlich den Teppichkauf in Angriff zu nehmen, denn die wohlgemeinten Angebote meiner Großeltern sind nicht nur selten, sondern auch zeitlich begrenzt, bis sie es vergessen. Also nahm ich diesen Samstag den Teppichkauf in Angriff.

Ich hatte Angst davor, mich alleine auf diese gefährliche Reise zu begeben. Mit einem Teppichkauf ist nicht zu spaßen und er ist keinstenfalls zu unterschätzen. Man muss erst einmal den Transport berücksichtigen. IKEA ist in (am? auf dem? beim?) Billwerder-Moorflet, meine Wohnung ist in der Stadtmitte. Habe ich Freunde mit einem Auto? Nein, ich habe einen Freund von einem Freund mit einem Auto, aber den getrau ich mich nicht anzurufen, weil ich auf ihn stehe. Ich überlegte den Problemfall auf die Deutsche Art zu lösen: Ich warte bis es so weit ist, und schaue dann weiter.

Also fuhr ich mit der Bahn zu IKEA. Dort fand ich auch sofort einen Teppich der mir gefiel. Sein Name war KARBY und er war Kackbraun und Beige. Bei genauerer Betrachtung fiel mir aber auf, dass er mir gar nicht gefiel, sondern nur der Preis von 15 Eur. Aber da ich es nicht selber zahlen musste, guckte ich mich weiter um. HULDA VILSE hatte es mir angetan, aber irgendwie war mir das Design zu wagemutig. Ich bin ein langweiliger Mensch, ich habe eine karg eingerichtete Wohnung, da kann ich nicht mit einem so lebendig gemusterten Teppich antreten. Was sollend die Leute von mir denken? GILDA KVÄLL gefiel mir richtig gut und fühlte sich an, als würde man hundert herzige Schafe streicheln. Leider ist er zu bunt. Und gegen Farben wehre ich mich sowohl bei der Einrichtung als auch bei meiner Ausstattung beharrlich. Aber er war so schön! Und flauschig! Und... teuer! Über 100 Euro für einen Teppich, das geht nicht! Auch wenn es eindeutig der Teppich meiner Träume ist (was es bis vor 5 Minuten gar nicht gab). Doch dann fand ich ihn. Sein Name war HAMPEN, er war weiß und flauschig. 'Nuff said.

HAMPEN kam auch relativ günstig mit 39 Euro und war für mich somit moralisch gerade noch vertretbar. Ich will meine Großeltern ja nicht ausnehmen.
Als ungeübte Teppich-Sliderin (vielleicht kennt ihr die Sensation, mit etwas Schuss einen Teppich zu betreten, der unfixiert auf einer Linoleum oder Parkettfläche liegt. Es ist ein fantastisches Gefühl eines kurzen Moments völliger Schwerelosigkeit, bevor man mit dem Rückgesäß auf dem Boden aufschlägt, was dem Erlebnis jeweils einen nachhaltig schmerzhaften Aspekt zufügt.) wusste, dass Teppiche rutschsichere Unterlagen brauchen. "Sind aus.", informierte mich der IKEA-Angestellte höflich. Tja...

Ich ging zur Kasse und stellte mich in die Selbst-Eincheckschlange. Ein älteres Ehepaar größerer physischer Ausmasse gesellte sich hinter mich. "Ne, Klaas, dat is dje... Hier mut man selber bezahlen!", sagte die Frau entrüstet und wechselte zu einer normalen Kasse. Cool, muss man dort nicht selber bezahlen? Würde mich irgendwie wundern. Egal. Ich bezahlte und ging. Glücklicherweise findet sich neben IKEA direkt ein Bauhaus-Markt. Ein riesig großer Laden, mit Dingen, die man Frauen wie mir lieber nicht in die Hand geben oder zeigen sollte. Es sei denn, es besteht zu irgendeinem Teil aus LED-Lämpchen.

Ich schleppte meinen Teppich quer durch den Bauhaus-Markt und suchte nach der Teppich-Abteilung. In der Teppich-Abteilung erklärte ich den Teppich-Abteilungsinformanten wonach ich suchte. Was suchte ich denn eigentlich? "Hallo, ich suche so eine Rutschunterlage für den Teppich", sagte ich. "Also eigentlich eher eine Anti-Rutschunterlage." "Besser so." "Haha, Sie sind ein Spaßvogel!" Letzteres dachte ich nur, sagte es aber nicht. Ich schnappte mir eine Rutschfeste Unterlage und ging damit und mit dem Teppich zur Kasse. Ich bezahlte die Unterlage und spazierte aus dem Laden. Wenn man hier ungefragt mit einem Nicht-bezahlten Teppich herauspazieren kann... klappt das dann auch mit einem unbezahlten Kärcher? Wozu brauche ich einen Kärcher?

Zwischen IKEA und Bauhaus war ich noch davon überzeugt, den Teppich alleine nach Hause schleppen zu können, ohne ein Taxi rufen zu müssen. Auf halbem Wege der 5km Strecke von Bauhaus bis Bahnhof war ich mir nicht mehr so sicher. Meine Finger waren nicht nur durch- sondern weggefroren, mein Tragarm schmerzte und der weniger belastete Arm schien aus Solidarität beim Schmerz- und Anstrenungsmarathon mitzumachen. Sehr uncool von euch, liebe Arme. Sidequests sind nicht einfach, soviel ist klar, also sollte ich mich weniger beschweren und einfach froh sein, dass mein Weg nicht noch von Wegelagerern, Bogenschützen oder Darkspawn gesäumt war.

Am Bahnhof stieg ich in die S-Bahn die direkt zu mir nach Hause fährt. Und an meinem Wohnzimmerfenster vorbei, wenn man eine Station zu spät aussteigt. Leider fuhr die S-Bahn HEUTE nicht zu mir nach Hause. Am Hauptbahnhof quetschten sich Tausende von Fussballzuschauern in die S-Bahn, von denen nicht wenige "Teppich!" bemerkten. Und dann fuhr die Bahn zum Jungfernstieg, der Reeperbahn und Altona statt Dammtor, Holstenstraße und Elbgaustraße. Nachdem ich das schwere Stück Scheiße von HAMPEN quer durch Altona geschleppt hab, konnte ich dann doch noch meine Bahn bis zu mir nach Hause nehmen. Nur aus der komplett falschen Richtung.

Zu Hause rollte ich HAMPEN stolz aus und stellte dann PELLO drauf. Es sah gut aus. Weiß und flauschig ist eine hervorragende Kombination! Ich rief meine Eltern an. "Ja, also ich hab heut einen Teppich gekauft." "Wieviel hat er denn gekostet?", fragte mein Vater fürsorglich, denn die Frage "Was kostet's?" ersetzt bei ihm "Wie geht es Dir?", "Wie fühlst du dich?", "Was machst du so?",
"Wie war dein Wochenende?" und "Wie waren deine Ferien?". Ich beschloss, ihm deswegen einen kleinen Schrecken einzujagen: "150 Euro." "..."
"Nein, Scherz, 39 Euro, Plus 8 Euro für die Rutschfeste Unterlage, Transport hab ich keinen gebraucht."
"Kein Problem, der alleine hätte ruhig auch 150 Euro kosten können."

FFFFFFFFFFFFFFFFFFFFFFFFFFFFFFFFFUUUUUUUUUUUUUUUUUUUUUUUUUUUUUUUUUUUU

*Congratulations, Quest Completed.*