31. Juli 2010

Vorfreude. Einfach nur Vorfreude.


Bald ist es so weit. In nur 18 Tagen geht es los. Die gamescom öffnet zum zweiten Mal allen Spielfanatikern, Gamenerds, Cosplayern, Tastenartisten, Konsolengenies, Technikfreaks und Besuchern sämtlicher Schulen in Köln die Tore. Und ich bin ganz vorne mit dabei - im Bereich Vorfreude!

Die aller wichtigsten Fragen zur diesjährigen gamescom habe ich über Facebook bereits gestellt. Wie komm ich hin? Wo übernachte ich? Was zieh ich an?
Doch wie schaut es aus mit den weniger wesentlichen Dingen. Wie: Wen werde ich treffen? Wem helfe ich mit? Wessen Präsentation will ich mir unbedingt ansehen? Wieviele gamescom-T-Shirts werde ich kaufen? Wo gibt es während der Messe etwas Gutes zu Essen?

Zurzeit widme ich mich äußerst gerne all diesen Fragen! Denn was gibt es Schöneres als einen Trip zu planen, von dem man weiß, dass es der jugendsprachlich oftmals zitierte "Hammer" wird? Letztes Jahr, habe ich mich schon wie verrückt auf die gamescom gefreut (mein "k" klemmt). Und ich hatte das Glück, dass meine besten Freunde mit mir mitgefahren sind, während andere ganz liebe (und mittlerweile auch zu den besten gehörende) Freunde dort bereits auf mich warteten. Obwohl ich mich gebührend vorgefreut hatte (das Wort "gamescom" wurde im Familienurlaub in anada (da! Dieses dumme "k"!) verboten, weil es in jedem zweiten von mir gesprochenen Satz vorkam), hatte ich-... Okay, dieser Satz ist viel zu lang, ich fange nochmal an: Obwohl ich mich gebührend vorgefreut hatte (ein Ende den zu langen Sätzen!), hatte ich nicht den geringsten Hauch einer Ahnung (viel zuviel unnötiges Gedöns in diesem Teilsatz), wie cool die ganze Geschichte wirklich wird!

Wie in Fazits? Faziten? Fazitten? Fazen? oft geschrieben, war ich glücklich und fühlte mich wohl. Wenn die gamescom mir dieses Jahr auch wieder so viel Freude bereitet, war es die Fahrt (von der ich definitiv noch nicht weiß, wie ich die finanzieren soll, ohne den Straßenstrich in Erwägung zu ziehen) auf jeden Fall wert.
In diesem Sinne mit ganz viel Vorfreude - und dem Versprechen oder zumindest der sehr starken Ahnung dass dieses nicht der letzte Vorfreude-Bericht zur gamescom wird -
man sieht sich in Köln!

FODR*



*Full On Double Rainbow!

27. Juli 2010

Urlaub interrupted




Ich sitze auf einem antiken Möbelstück. Ich kann es nicht richtig beschreiben, es ist eine Mischung aus Liege, Sofa und Bücherregal. Dieses Möbelstück befindet sich in einer riesigen zweistöckigen Villa. Diese Villa befindet sich auf einem riesigen umzäunten Grundstück mit Pizzahäuschen, Swimming Pool, Terrasse, Vorplatz, Garage die Straße runter, riesigem Tor noch weiter die Straße runter... Und dieses Gelände ist ein Teil des italienischen Dörfchens und Region Terriciola. Oder Channi. Man weiß es nicht. Man weiß auch nicht wie "Terriciola" ausgesprochen wird. Mit Betonung auf "i" oder "o"? Jeder Einheimische spricht es anders aus. Aber Channi liegt sowieso näher. Egal.

Ich bin im Urlaub. Zusammen mit meinen Brüdern, Eltern, Onkel, Tanten, Großeltern und Leuten, die mit den genannten Leuten verheiratet oder zusammen sind. Ich habe mir (und all den anderen Leuten) geschworen: 2 Wochen Entspannung. Kein Handy, keine Apps, kein Computer, keine Filme.
Das mit den Filmen hielt ich einen Tag lang durch. Das mit dem Handy knapp 2, das mit den Apps eine gute Woche. Und das mit dem Internet keine 10 Minuten.
"Es gibt hier W-Lan, Sarah", waren die frohen Worte, die mein Vater mir nach der Ankunft verkündete. Tatsächlich gibt es einen enorm begrenzten HotSpot, zwischen der Küche und dem Vordach des Zweiteingangs des Hauses. Dieser wurde zu meiner neuen Schaltzentrale. Dort hielt ich mich über Twitter, Facebook und 20Min auf dem Laufenden. Irgendwann bemerkte ich, dass mein Laptop, den ich mitgeschmuggelt habe (einen 17 Zoll Laptop verstecken - schwer!) noch etwas Verbindung hatte, auf dieser merkwürdigen Sofa Liege hinter dem Kamin. So können mich nur die Leute sehen, die durch das Fenster hinter mir ins Haus kommen oder vom Foyer nicht über die direkte Verbindungstür sondern durch das Wohnzimmer in die Küche gehen.

Leider hatte ich letzte Woche noch das Pech, dass mir mein Volontariat gekündigt wurde, dass ich am 1.8. hätte antreten sollen. Das ist doof, jetzt bin ich wieder auf Stellensuche. Nur mit viel weniger Ansprüchen. Ich freue mich wortwörtlich über JEDE Gelegenheit, irgendwo etwas Geld verdienen zu können. Jedenfalls - ja. Bin ich online. Hmm... Auch mal nett. Normalerweise werde ich im Urlaub entweder ultra-relaxed, so wie an den schönen Stränden Brasiliens oder ich werde super kreativ, wie die vergangenen Jahre in der Toskana. Dieses Mal wurde ich nur mega frustriert und dann wieder ein bisschen motiviert. Man nimmt, was man kriegen kann. Das ist auch mein Leitspruch für den nächsten Bewerbungsrundgang BTW. Ich hab ja jetzt 'ne Wohnung in Hamburg Altona die ich finanzieren muss.

Das Problem ist: Ich habe zuviel Zeit zum Nachdenken, wenn ich mich nicht (mithilfe des Internets) beschäftige. Dann denke ich Dinge wie: 'Was mach ich überhaupt in Hamburg?' 'Als Ausländer hat man es ja viel schwerer einen Job zu kriegen' 'Soll ich doch nach England oder zurück in die langweilige Schweiz, wo ich mich wenigstens selber finanzieren könnte?' Alles doof.
Deswegen - Hurray Internet,
weiter geht's.

10. Juli 2010

The I.T. Crowd - Live




Okay, im Moment dreht sich bei mir eine Menge um Fernsehen und Zitate aus der Heimat. Das liegt vermutlich daran, dass ich zu Hause bin. Und mehr als über die Katze, Mamis Kochkünste und die Anwesenheit meines Papas freue ich mich nur über das Fernsehprogramm. Dank der Cablecom empfangen wir nämlich über 450 Sender aus der ganzen Welt und darunter auch alle gängigen und guten Kanäle aus England. Von BBC - BBC IV, Channel 1-4, E4, ITV 1-2... Und so weiter, ihr kennt es (nicht).

Jedenfalls läuft ja seit zwei Wochen die vierte Staffel I.T. Crowd wieder auf E4. Ein sehr glückliches Event das für mich die Wartezeit auf die neuen Staffeln von Mad Men und Community etwas verkürzt. Und das Coolste ist ja, ich muss mir die neuste Folge nicht mehr über einen Britischen Proxy auf der Offiziellen Seite angucken, oder die Sendung Tage später downloaden - Nein.

Ich kann mich Freitagabends um 23 Uhr vor den Fernseher setzen und mir die Folge zusammen mit allen Geekigen Engländern die Nerd-Humor zu schätzen wissen angucken. Und kriege danach erst noch einen fantastisch detaillierten Jane Austen-Schinken-Film um die Ohren gehauen! Urlaub ist doch was Feines!

Ach und wer die Sendung nicht kennt, weil er abends immernoch irgendwo zwischen "Frauentausch", "Wer wird Millionär" und Pro7 Blockbustern hin und her schaltet:
I.T. Crowd ist eine britische Serie über zwei I.T Angestellte in einem Großunternehmen und deren Vorgesetzte Jen, die herzlichst wenig mit Computern am Hut, dafür jede Menge andere Probleme hat. Die ersten zwei Staffeln sind das lustigste, was ich als Nerd (der nicht dazu steht einer zu sein, seit es so verdammt salonfähig ist und Nerd-Brillen allgegenwärtig sind) in meinem Leben je gesehen habe. Ich würde ja sagen, es ist die beste Serie die je produziert wurde, aber das sind ja gewissermassen auch LOST und Arrested Development. Es ist auch nicht das Beste was je in den Pinewood Studios gedreht wurde. Tatsächlich ist es für manche noch nicht mal das Beste was Graham Linehan je geschrieben hat, denn Little Britain (wovon ich auch alle Staffeln auf DVD habe, abgesehen von den in den Staaten produzierten Folgen) und Black Books haben einfach eine breitere Zuschauerschaft erreicht. Ich behaupte deswegen I.T. Crowd ist die beste Serie, die ich je gesehen habe. Punkt.

5. Juli 2010

Zitate aus der Heimat




Schon wieder Zitate... Aber das ist mein Blog und ich kann so unregelmässig und willkürlich posten, wie ich will.


[Pokemon zum Abendbrot]

Sarah: (beiläufig) "Er (Nicolas, 9) ist erst Level 6."
Nicolas: "Level 10!"
Papi: "Pfff, Ich bin schon in der 40. ... Dimension!"
Sarah: "Entwicklungsstufe."
Papi: "Ja, auch."

Nicolas: "Was schlüpft denn aus dem Pokemon Ei?"
Sarah: "Ja eben, der Hanswurst."
Nicolas: "Ist der gut?"
Papi: "Was aus einem Ei raus kommt, ist nie schlecht."

[Sarah und Nicolas im Pool]

Sarah: "Mami, komm ins Wasser!"
Mami: "Nein, ich kann nicht. Frauenproblem."
Sarah: (zu Nicolas) "Mami hat ihre Periode."
Nicolas: "Was ist eine Periode?"
Sarah: "Ich weiß nicht, was für eine Frage ich erwartet habe."

[Mutterkuchen zum Abendbrot]
Mami: "Sarah. Weisst du, was Mutterkuchen ist?"
Sarah: (zögernd) "Ja....?"
Papi, Päsce, Nicolas: "NEEEIIINNN!"
[...]

Mami: "Morgen werden 9 Mitarbeiter verabschiedet."
Sarah: "9 Mitarbeiter haben gekündigt seit du eingestellt worden bist? Was für ein Zufall..."
Mami: "Ja, aus verschiedenen Gründen. Jemand ist weggezogen, [...] und einer wurde letzte Woche pensioniert."
Sarah: "Gab es Mutterkuchen?"

Mami: "Ich war letzte Woche auf der Beerdigung von einem, der von einer Kuh gefressen wurde."

Mami: "Gell, wenn 06 ein Zug fährt, fährt auch 36 einer."
Pascal: "Die Züge fahren immer 06 und 36, aber es ist kein Wenn und Aber."

Nicolas: "Das war der Ferienplausch. Ich hab Bogenschiessen gemacht und Llama Dressing."
Sarah: "Das klingt wie eine Salatsosse."
Nicolas: "Llama Dressur!"
Sarah: "Das klingt wie ein exotischer Haarschnitt."

Sarah: "Diese Fucking Spinne hat mich gebissen!"
Nicolas: "Eine Spinne?"
Sarah: "Ja, oder Ameise..."
Nicolas (singt währenddessen): "Spiderman, Spiderman..."

25. Juni 2010

Aus dem Mund geholt -... Igitt.


[Symbolismus]


Charlie: "Das ist das Auge des Ra. Es schützt vor dem bösen Blick. Ich dachte das kann nicht schaden. Ich krieg den öfters, den bösen Blick."

[Red Dead Retorischefragenstellrunde]

Sarah (mit dem iPhone in der Hand): "Warum reiten Cowboys einhändig?"
Chris: "Damit sie eine Hand frei haben um mit ihrem iPhone zu telefonieren."

[im Baumarkt]

Micha: "Wer zum Teufel braucht LED-Leuchtstäbe?"
Sarah: "Wer zum Teufel braucht KEINE LED-Leuchtstäbe???"

[bei IKEA]

Sarah: "Ich brauche so ein Türaufhängerding für Türen!"
Charlie: "Hast du eine Tür?"
Sarah: "Nein."

[Besichtigung]

Wolf: "Ha! Feuermelder!"
Sarah: "Ich hab in jedem verdammten Zimmer einen."
Wolf: "Wenn's in der Redaktion brennt, merken wir das erst, wenn Pepper brennend die Treppe runter kommt."

[Irgendwo im Nirgendwo]

"Ah, ich weiß wo wir sind! Hier in der Nähe wohnt G. Ich glaube, es gibt sogar einen Bus, der direkt nach Altona fährt!"
"Lass uns den zurück nehmen."
"Niemals. Da fährst du etwa 10 Tage Bus."

[Zitate vom Spinner in der Bahn letztens]

(schreit) "KEINER HIER ROCKT!!! Alles langweilige Spießer."
(ca. 10 Minuten lang) "Okidoki okidoki okidoki okidoki okidoki okidoki..."

[Und sonst so?]

Patrick: "And then we're gonna have kids?"
Sarah: "Yes, two and a half. That's the average number of children people have."
Patrick: "Thought you hate children..."
Sarah: "Oh, I do. But not mine. My kids are gonna be so cool, they kick all the other kids little asses."
Patrick: "Sarah... They're gonna be fucking NERDS!"

[at the English-Shop Downstairs]

"I still don't have any internet, phone or TV."
"You'll live!"
"I'm coping."

[GameOne Besuch]

Pepper: Oh Mann, nichts funktioniert hier!
Eddy: Ruf mal Pepper an.

"Hat jemand ein Lineal?"
Eddy: "Nein. Aber 25 cm kann ich dir zeigen."
Sebastian: "Wir haben dich vermisst, Eddy."

Budi: "Hey, Eddy, lass uns ein Buttonmashing Turnier machen!"
Eddy: "Nä, da flieg ich gleich in der ersten Runde raus!"
Budi: "Deswegen frag ich ja auch dich."
Eddy: "Frag Pepper."
Budi: "Nein. Pepper ist-... Tschüss."

Sarah: "Deren Schwalben kommen an die schauspielerische Leistung Italiens ran."
Jay: "Die Serben sind die Italiener des Ostens."

Trant: "Ich mag keine wöchentlichen Produktionsrhytmen."

Nils: "Wann bringst du uns eigentlich die neue GEE?"
Sarah: "Ich hab noch zwei Ausgaben-..."
Nils: "Shotgun!"
Sarah: "... eine Ausgabe für die Redaktion zu Hause."

[Yavido Redaktion]

"Merzhad beantwortet Fan-Fragen."
"Wenn er kann."

"Bei "Meet & Greet" hast du 3 e's verwendet. War das Absicht?"
"Oh Sorry, es sollten 5 sein."
"Wohl zuviel Seeed gehört."

"Boah, fick den Baum an!"

[Ausgegraben - altes Notizbuch wieder gefunden.]

Flo (zu Sarah): "Das Internet in dem du nicht bist, muss erst noch gebaut werden."

Uke: "Du kannst bestimmt über den eigenen Tellerrand hinausgucken."
Pepper: "Nein!"

Wolf: "Und das Böse hat wieder mal gesiegt, weil das Gute einfach zu dämlich ist."
Gunnar: "Ist das ein Originalzitat?"
Wolf: "Spaceballs."
Gunnar: "Hja, der ist dialogmässig ganz weit vorne."
Wolf: "Trifft eigentlich generell auf GameOne zu: Dialogmässig ganz weit vorne!"

Sebastian: "Ich hätte eine andere Abkürzung nehmen sollen für Super Street Fighter. 'SS Fighter' klingt nicht so toll."

Simon: "Deswegen darf man Frauen nicht trauen. Und keinen Brennspiritus im Schlafzimmer haben."

Ian: "Darf ich den Song benutzen?"
Pepper: Nein."
Ian: "Aber ab und zu darf man doch einen nehmen!"
Pepper: "Ja, ja! Ab und zu darf man auch Geld klauen."

Ian: "Die Geschichte des Stuhls, das ist eine Geschichte voller Missverständnisse."

Pepper: "Nachdem 2 Wochen lang niemand auf meine Mails antwortet..."
Budi: "Eine Woche!"

Pepper: "Was machen wir zum GameOne Geburtstag?"
Wolf: "Eine Pinata!"
Simon: "Eine Stripper-Torte"
Gregor: "Eine Stripper-Geburtstagstorte in einer Pinata!"

Wolf: "Büss, Tschudi!"

[Und weil er einfach gut und Sarah bald daheim ist]

Sarah: "Läck, gseht mer schön id Berge!"
Papi: "Ja, sogar bis zum... Gägglhueberjosefspitz!"

Deljlas Daily Life ohne 2.0


Ich weiß nicht, was ihr gehört habt.
Aber es ist wahr.
Ich hatte kein Internet.
Für 2 volle Wochen.

Ein Leidensbericht:

Es hat alles ganz harmlos angefangen. Man zieht um in eine komplett neue, leere Wohnung. Man kauft sich die nötigsten Sachen (Bett, Stuhl, Tisch) und auch unnötige (Ficus. Namens Benjamin-Nastassja). Trotzdem braucht das Einrichten und Putzen seine Zeit. Vor Allem das Putzen. Aber auch beim Einrichten muss man an Dinge denken, die mir noch nie zuvor auch nur annähernd in den Sinn gekommen wären.
"Hast du schon ein Bügeleisen?"
"Brauche ich ein Bügeleisen?"
"Hast du Besteck und Geschirr?"
"Brauche ich Besteck und Geschirr?"
"Hast du Pfannen?"
"Nein. Die brauch ich. Hmmm.... Essen...."
"Brauchst du Geschirrtücher?"
"Ich brauche ein Multibuchsen-Verlängerungskabel!"
Die Zeit verflog. Jeden Tag gab es was Neues zu tun. Ich brauchte einen Badezimmerspiegel. Ich musste den Spiegel im Badezimmer montieren. Ich habe eine Silikonpistole und eine Tube Silikon gekauft. Ich musste mich am Wochenende beschäftigen. Ich habe zwei Leinwände, Acryl-Farbe und Pinsel gekauft. Ich habe einen Beistelltisch gekauft. Den kann man benutzen, um irgendwo hochzusteigen. Zum Beispiel um in der Küche das drei Meter große Star Wars-Poster aufzuhängen, das ich auch gekauft hab. Das Aufhängen war sehr schwierig, alleine, ist sowas nicht einfach und das Poster hat eindeutig gegen mich gearbeitet. Doch nach getaner Arbeit konnte ich mich hinsetzen und die Namen aller Charaktere von rechts nach Links und von Links nach Rechts nennen. Hach, traumhaft.

Doch nach dem Star Wars Poster gab es plötzlich nichts mehr zu tun. Die große Geburtstagsfeier war vorbei, die Sauerei schon wieder perfekt aufgeräumt, die Wohnung blitzeblank. Ich brauchte nichts mehr, was ich irgendwie bauen oder installieren musste. Ich sass also da. In meiner neuen Wohnung. Und wünschte mir sehnlichst ich hätte Internet.

An diesem Punkt kommt der freundliche, geduldige Engländer ins Spiel. Er hat mir nie seinen Namen gesagt, aber er hat mir angeboten seinen PC zu nutzen, um meine Mails einzusehen. Du guter Mann! Tatsächlich konnte ich nämlich bis Anfang dieser Woche mein iPhone nutzen, um meine Mails zu lesen, bei Facebook auf dem laufenden Stand zu bleiben und zu Twittern. Sogar auf Youtube Videos musste ich verzichten. Doch Vodafon war von meinem sehr hohen Gebrauch des Internets ohne W-Lan Unterstützung nicht sehr begeistert. Mithilfe einer Klausel, die ich im Vertrag erst entdeckte, als es zu spät war, drehten die mir die Geschwindigkeit herunter. Und zwar so weit, dass selbst Twitter eine Minute braucht um die neuen Tweets zu laden. Diese verdammten Schweine! Ich habe den Vertrag nur unterzeichnet weil bei "HSDPA-Nutzung³: Unbegrenzt" stand! Ha, jetzt hat es aber ein ³! Und was steht im Kleingedruckten unter ³?

³ Ab einem Datenvolumen von 300 MB (Complete S) [...] wird die Bandbreite im jew. Monat auf max 64 kbit/s (Download) und 16 kbit/s (Upload) beschränkt.


Diese Schweine im Weltall! Ein Bild hochzuladen dauert jetzt 4 Minuten! Ich erinnerte mich an das Gespräch mit dem Engländer, als ich das letzte Mal einen Vorrat an Wagonwheels kaufen ging.
"Settling in allright?"
"Yes, I'm surprised how fast it went! But I still don't have any internet, phone or TV."
"You'll live."
"I'm coping."
"If you like you can check your Emails here."
Deswegen habe ich die letzten paar Mails tatsächlich über den PC des netten Engländers beantwortet. Das war aber auch nötig. Ich seufze schon wieder. Ich fühle mich als hätte ich eine längere Zeit im Knast überlebt. Aber jetzt ist alles gut. Die Behörden konnten ermitteln, dass ich unschuldig bin und Justin Bieber nicht fahrlässig getötet habe, sondern dass er durch einen Unfall fünfzehn Mal in das Messer gelaufen ist.

Ich habe wieder Internet!
Und was mache ich?
Erstmal bloggen.
So.

P.S. Lustiges Fakt zum Tag:
Ich hab einen LAN-Router. Mit LAN-Kabel. Dachte, die sind ausgestorben. Danke, Alice.

P.P.S. Ich weiß, die wahre Verzweiflung kommt in diesem Beitrag nicht so richtig durch. Aber Leute, ich hab keinen Fernseher! Ich hab noch immer kein Telefon! Meine Xbox 360 steht unbenutzbar !!!! :`( in einer dunklen Zimmerecke und die Controller liegen in einer IKEA-Tasche! Versucht das mal zu verstehen! Ich hab GH:World Tour, Blur und Dragon Age: Awakening seit vor dem Umzug nicht weiterspielen können! VERSUCHT ES ZU VERSTEHEN! Mir geht es schlecht. Was Sara und Harry Goldfarb, Marion und Tyrone durchlebt haben ist ein Scheißdreck dagegen.

12. Juni 2010

Umzug im Anzug


Vor genau einer Woche sass ich auf der Arbeit und musste mir um nichts Sorgen machen. Ich wusste, ich arbeite, dann gehe ich nach Hause, esse etwas und dann treffe ich vielleicht noch ein paar Freunde. So mag ich das Leben. Einfach. Unkompliziert. Ich kann tun was ich will. Doch ich hatte da keine Ahnung, dass der größte Umzug meines Lebens im Anzug war.

Am Montag traf ich mich mit der nettesten Vermieterin der Welt, mit der ich damals bei der Mietvertragsverhandlung schon ein Höllen-Gaudi hatte. Sie strahlte über's ganze Gesicht, als sie mir die Wohnungsschlüssel überreichte. Zusammen mit meinem netten Vormieter (und lustigerweise auch Vorpraktikant bei GameOne) Marc und der Vermieterin gingen wir in meiner neuen Wohnung herum und notierten jedes kleinste Detail, das nicht stimmte. Danach stand ich erst einmal da. In meiner neuen, leeren Wohnung. Den Wohnungsschlüssel in der Hand.

Ich hatte ja Zeit. Das ist das Schöne an der Geschichte. Ich hatte bis zum 15. Juni Zeit in Ruhe Stück für Stück umzuziehen. Aber ich hatte nicht mit meiner Freundin Charlie gerechnet. Im Vorfeld haben viele Leute gesagt "Was du ziehst um? Sag Bescheid, ich helfe dir!". Doch nur etwa zwei Leute haben das auch ernst gemeint. Und eine Person setzte es sogar in die Tat um. "Ich komm mit dem Auto, dann gehen wir zu Ikea und kaufen dir die nötigsten Sachen. Und dann können wir gleich noch die Sachen aus der alten Wohnung in die Neue bringen."

"Ähm, okay..." Zwei Tage später hatte ich nicht nur 5 neue Möbelstücke, sondern auch meinen ganzen bisherigen Hausrat in der Wohnung stehen. Und war bereit das erste Mal in der neuen Wohnung zu übernachten. Es floss viel Schweiss und viel Blut. Aber ich hatte es mit der starken Unterstützung von Charlie und etwas Hilfe vom weltbesten Nachbarn der-... Welt, Gregor, ganz allein geschafft, umzuziehen, IKEA Betten und Schränke zusammenzubauen und im Anschluss erst noch ein kleines Get-together zu schmeissen, um meinen neuen Wohnraum zu huldigen.

"Interessant." Das ging irgendwie alles schneller als erwartet. Ich habe jetzt plötzlich eine Wohnung. Wo nur Möbel stehen, die mir gehören. Oder besser gesagt meinem Vater, technisch gesehen. Meine eigene Wohnung. Ohne Telefon. Ohne Fernseher. Ohne Internet.

Ob das gut geht...?

6. Juni 2010

31°C im Schatten




Es war ein harter und langer Winter hier in Hamburg. Und ich habe ihn vom Anfang bis zum Ende durchgemacht. In dieser Zeit habe ich mir so sehr gewünscht in meine geliebte Toscana zu fahren
oder einfach die Sonne mal wieder zu sehen oder 20°C zu haben.

Der Sommer liess auf sich warten und ich zweifle stark daran, dass er endlich angefangen hat. Aber es hat in Hamburg widerholt sonnige Tage gegeben letzthin und heute der klimatische Super-GAU.
Zu meiner Verteidigung 1) Ich lebe in einer Dachwohnung und meine Vormieterin hat eine abstruse Vorliebe für Teppiche, deswegen liegt hier selbst auf dem Spannteppich noch ein hässlicher peruanischer Teppich. 2) Die Nächte auf dem Kiez sind lang. Und normalerweise komme ich dann erst nach Hause, wenn es hell wird. So auch heute. Ausserdem hatte ich den ganzen Samstag gearbeitet. Aber jetzt auf dem Heimweg um 05:00 Uhr Morgens war es sonnig und friedlich. Die Kaninchen chillten auf der Wiese, die Tauben nervten noch nicht als segelnde Kackbomben und die gesamte Bevölkerung die nicht auf dem Heimweg ist oder das Gefühl hat, dass Sonntagsfahrer auch schon früh Morgens den Verkehr behindern müssen, lagen in ihren Betten. Das war auch mein innigster Wunsch. Nach dem Feiern und Tanzen wollte ich nichts lieber als ins Bett liegen und schlafen. Das tat ich auch. Und es ging gut bis etwa 10:00 Uhr. Dann wurde es warm. Und dann wurde es heiss. Und um genau 12:34 und 28.8°C hielt ich es im Bett nicht mehr aus. Ich öffnete alle Fenster und Türen, doch selbst das brachte nichts. Ich setzte mich in meinen Arbeitssessel und versuchte meine Bewegungen so gut wie möglich einzuschränken. Das funktionierte eine Weile. Dann brach ich selbst im Sitzen in Schweiss aus. Ich fluchte und ging sehr lange mit sehr kalten Wasser duschen. Frisch geduscht setzte ich mich wieder auf den Stuhl. Das Zimmerthermometer stand bei 31°C. Das darf doch nicht wahr sein.

Ich hatte keine Wahl, ich musste raus. Denn draussen war es tatsächlich kühler als drinnen. Ich fuhr zur Grünanlage, wo es friedliche Leute und merkwürdige Minimal-Musik gab (das erklärte mir ein anwesender Musikexperte), in einer Lautstärke, die es schwer machte die Musik in den Geräuschen überhaupt zu ermitteln. Ich trug sofort meine obligatorische Sonnencreme mit Schutzfaktor 50 auf und genoss den schönen Abend, bis knappe eineinhalb Stunden später Wolken aufzogen und sich der Grossteil der Leute vom Acker machte.

Zu Hause setzte ich mich hin, öffnete die Fenster und liess die kühle Gewitterluft ins Zimmer strömen. Ich setzte mich in meinen Sessel und schloss die Augen. Mir wurde warm. Dann wurde mir heiss. Ich begann zu schwitzen! Das Thermometer zeigte angenehme 24°C-...
Dieser verdammte Sonnenbrand!